Katholische

Gefängnisseelsorge

in Deutschland e.V.


Über uns | Kontakt | Intern | www.gefängnisseelsorge.net | Impressum

AndersOrt
Fachzeitschrift
2017 II


Archiv





Ethik im Vollzug
Der 17. Workshop zum Thema "Ethik im Justizvollzug" findet vom 15. bis 16. Mai 2018 im Burkhardushaus in Würzburg statt. Bei diesem Workshop wird es um den ethischen Diskurs innerhalb einer Fallbesprechung gehen. Dabei wird eine neu erstellte Arbeitshilfe vorgestellt ...Infos

Sicherungsverwahrung
Die Arbeitsgemeinschaften der "Sicherungsverwahrung" beider Kirchen treffen sich von Dienstag, 24. April bis Mittwoch, 25. April 2018 in Schwalmstadt. Es geht um die Führung und die Einrichtung der Sicherungsverwahrung in Schwalmstadt sowie um die Findung der gemeinesamen ökumenischen Arbeitsgruppe ...Infos


Spiritualität

Tagungen

Diskurs

Frauenvollzug

Jugendvollzug

Ethik

Standpunkt

Bewegend

Medien

Regional

International

Interreligiös

| 98. Katholikentag 2012

Von Peter Holzer. Fotos: Thomas Eisermann

„Das Zelt der Gefängnisseelsorge am Wasserturm  war ein Besuchermagnet“ - so schreibt das Nachrichtenportal fn-web am 21. Mai 2012 in seiner Berichterstattung über den 98. Katholikentag, der vom 16. - 20. Mai 2012 unter dem Motto „Einen neuen Aufbruch wagen“ in Mannheim stattfand. Mit 18 Kolleginnen und Kollegen war die katholische Gefängnisseelsorge in den Diözesen Freiburg und Rottenburg-Stuttgart stark vertreten. Unterstützung leisteten Vertreter des Bundesvorstandes und Kollegen der evangelischen Gefängnisseelsorge in Baden-Württemberg.


Im Zelt der Gefängnisseelsorge konnten die Besucher des Mannheimer Katholikentages einen Blick in den originalgetreuen, 8 Quadratmeter großen Nachbau eines Haftraumes der Justizvollzugsanstalt Adelsheim werfen. Die Zelle am Mannheimer Wasserturm zog viele Neugierige an. Teils schauten auch frühere Häftlinge vorbei, besuchten ihre einstigen Seelsorger und kamen mit den Besuchern ins Gespräch. "Ich saß über 13 Jahre", berichtete ein Mann. "Das schlimme ist nicht, dass du die ganzen Konsumsachen von Draußen nicht hast", meinte er. "Schlimm ist, wenn die Tür zu ist. Wer allein ist, wird seelisch verkrüppelt".

Solche und andere Berichte aus dem Alltag von Inhaftierten und Gefängnisseelsorgern machten die sehr zahlreichen Besucher am Informationsstand neugierig und nachdenklich zugleich. Die Seelsorgerinnen und Seelsorger schilderten Jung und Alt nicht nur den Tagesablauf der Inhaftierten, sondern gewährten ihnen auch einen Blick in das Leben hinter Mauern und Gittern. "Wir repräsentieren eine Menschengruppe, die für die Gesellschaft nicht sichtbar ist", erklärte einer der Seelsorger und fügte hinzu: "Die Kirche ist auch an diesem Ort präsent. Sie sucht Menschen auf - und das Gespräch mit ihnen." „Wir sind Brückenbauer von drinnen nach draußen“ merkte ein anderer an.


Mit großem Interesse fragten viele Besucher am Informationsstand nach, was es genau bedeutet wenn Kirche in einer Justizvollzugsanstalt präsent ist und wie die Seelsorgerinnen und Seelsorger diese Präsenz mit Leben füllen. Von der großen Nachfrage an seelsorgerlichen Gesprächen bei Inhaftierten und Bediensteten der Anstalt berichteten die Gefängnisseelsorger gerne. Die Besucher gingen bei diesem Thema nicht auf Distanz sondern  ließen sich von den Seelsorgerinnen und Seelsorgern gerne ein klein wenig in die „Welt hinter Gittern“ entführen.

„Wenn nur alle Katholikentagsbesucher so viel Interesse für die Gefängnisseelsorge zeigen würden“, klagte ein Gefängnisseelsorger, als wieder ein namhafter Politiker trotz persönlicher Ansprache schnell am Zelt vorbeiging. Auch mancher Bischof tat es ihm gleich. Da bleiben Fragen offen… Umso mehr freute es, dass  Nuntius Périsset, Weihbischof Georgens, Bischof Bode, Weihbischof Jaschke, Pater Langendörfer und andere Vertreter der Kirchenleitungen „sich zur Gefängnisseelsorge stellten“. Eine wohltuende Stärkung und ein Zeichen der Anerkennung.

Als Dokument ...öffnen